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Digitale Zeitreise– Archiv Mensfelden
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Die Kirchenglocken von Mensfelden

Geschrieben von Wilhelmine Wagner geb. Girm, geboren am 17. Juli 1892

Veröffentlicht am 22. Oktober 2026

1942

Heute haben wir den 8. Februar 1942. Am 13. Dezember 1941 ist mein lieber Vater gestorben, ihm läuteten noch die 3 Kirchenglocken. Dann kam bescheid 2 davon müßten wieder in den Krieg ziehen wie auch im Weltkrieg, damals waren es die 2 kleinsten, nein – diesmal holen sie die 2 größten. Unsre liebe Größte ist über 300 Jahre alt.

Am Freitag haben die Dauborner Dachdecker Dönges und die Nauheimer Zimmerleute Pfeiffer die 2te Glocke runtergeholt. Die Gemeinde hätte gar so gerne ihre größte Glocke behalten, da wurde überall hin telefoniert, aber vergebens sie mußte runter. Das soll morgen, den 9. Geschehen, heute hatten wir Kirche ohne Geläut, denn das Gerüst ist gemacht, so Gott will gehet alles gut, nur zum einläuten haben wir nur die Kleinste noch. Am 18. Februar werden nun die beiden Glocken nach Niederbrechen gefahren.

1947

Am Freitag 5. März ist unsere größte Glocke wieder gekommen. Jahre vermisst, endlich wurde sie in Hamburg wieder gefunden, wurde dann auf dem Wasserweg bis Hanau gebracht und von da holte sie Reichels Albert Schwenk per Auto heim. Geschmückt kam sie um halb 6 ins Dorf, dann läutete die eine Glocke in und vor der Kirche.

Die Glocke war versehrt und mußte nach Sinn in die Gießerei, kam dann am 15. Juni 1948 wieder, kam dann am 18. Juni mittels Winde wieder in den Turm. Als die Glocke im Turm war wurde die Geldentwertung genannt, Währung bekannt gegeben. Heute am Sonntag wurde die Glocke eingeweiht und heute wurde für 60 Mark Altgeld 40 Mark neu Geld (Deutsche Mark) ausgezahlt, alles alte Geld ist ungültig.

1949

Am 30. März 1949 kam unsere 3. Glocke wieder, diese ist neu gegossen worden in Sinn. Herr Pfarrer Debusmann hat alles in die Wege geleitet, daß wir so schnell unsere 3 Glocken wieder haben. Am 30 März abends um halb 8 Uhr wurde die Glocke feierlich empfangen von der Gemeinde und am 3. April 1949 wurde sie feierlich in der Kirche eingeweiht. Es war sehr feierlich, unser Pfarrer predigte „Land, Land, hör des Herren Worte“, diese Inschrift steht auf der neuen Glocke. Auch der Dekan von Runkel war dabei, Männergesangsverein und Kirchenchor Frauen sang in der Kirche.

Am Mittag ist August Brötz, Schlimmstraße, beerdigt worden, 84 Jahre alt. Im läuteten zum ersten mal wieder alle drei Glocken.