Zeitleiste der Ortsgeschichte
Ereignisse aus der Geschichte des Ortes, chronologisch geordnet – mit den Dokumenten und Bildern, die davon erzählen.
Mittelalterbis 1500
- 775
Ersterwähnung in Urkunde Kloster Hersfeld
- 1204
Ersterwähnung der Kirche
Weiterlesen zu „Ersterwähnung der Kirche“
Die Pfarrkirche, ein romanischer Bau des 12. - 13. Jahrhunderts, hat die Stürme vieler Jahrhunderte überdauert. Der wuchtige Chorturm war mit Licht - und Schießschlitzen früher ein Wehrturm. Der Altarraum in seinem Erdgeschoß und der Treppenlauf in der Mauer sind mit Kreuzgratgewölbe abgedeckt. Zweimal war das Gewölbe, 1697 und erneut 1784, so zersprungen, dass man den Einsturz befürchtete. Nach der zweiten, gründlicheren Wiederherstellung im Jahr 1785 hat es jedoch seinen Halt zurückgewonnen. Wie vielerorts beleben vier kleine Dacherkern den Umriss des achteckigen Spitzhelms. Bei Erneuerungsarbeiten an der Kirche zeigte es sich, dass die heutige Kirche aus einem früheren, kleineren erweitert wurde. In der Südseite des rechteckigen Schiffes sind noch zwei kleine romanische Fenster, teilweise sogar mit den alten Holzrahmen erhalten. Eine barocke Holztonne überdeckt das Schiff, in dem in der Barockzeit die zweigeschossigen, hölzernen Emporen mit ihren kräftig gezeichneten Stützen eingebaut wurden. Aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammen Kanzlei und Taufstein.
Text: Sarah-Marie Fröhlich · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 800–1800
Mensfelden ist Teil des Heiligen Römischen Reiches
Weiterlesen zu „Mensfelden ist Teil des Heiligen Römischen Reiches“
- Das Heilige Römische Reich war ein Staatenbund in Mitteleuropa, der von 962 bis 1806 bestand.
- Gründung: 962 wurde Otto I. zum ersten deutschen Kaiser gekrönt – das gilt als Beginn des Reiches.
- Gebiet: Umfasste vor allem das heutige Deutschland, Österreich, Tschechien, Teile von Italien, Schweiz, Belgien, Niederlande
- Struktur: Kein einheitlicher Staat, sondern ein Geflecht aus Königreichen, Fürstentümern, Herzogtümern, Städten und Kirchenstaaten – alle mit eigener Macht.
- Kaiser: Der Kaiser wurde vom Kurfürstenkollegium gewählt – hatte oft eher symbolische Macht.
- Ende: 1806 löste sich das Reich auf nachdem Napoleon Europa umgestaltete.
Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1431
Guss der ältesten und größten Glocke
Weiterlesen zu „Guss der ältesten und größten Glocke“
Die alte Glocke Die größte und älteste Glocke ist aus dem Jahre 1431, wiegt 522 kg und hat einen Durchmesser von 0,94 m. Inschrift gotische Minuskeln: Ave Maria gratia Plena Dominus tecum. übersetzt: Gegrüßet seist Du Maria, voller Gnaden, der Herr sei mit dir. Der Glockengießer ist unbekannt. Die alte Glocke musste im Kriegsjahr 1944 zum Einschmelzen abgeliefert werden, wurde jedoch vor der Vernichtung verschont. Im Jahre 1949 wurde sie unversehrt in Hamburg von Willi Schwenk, Remmeltstraße, wiedergefunden und von unserem Pfarrer Hans Debusmann heimgeführt, wo sie seitdem ihren alten Platz im Turm hat und wieder ihren Klang ertönen lässt.
Text: Bärbel Knapp · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1469
Erste Kirmes in Mensfelden
Weiterlesen zu „Erste Kirmes in Mensfelden“
Unsere Kirmes wurde erstmals 1469 erwähnt – anlässlich des Kirchweihfests zu Ehren des heiligen Petrus. Aus der einst rein kirchlichen Feier entwickelte sich über die Jahrhunderte ein lebendiges Dorffest mit langer Tradition. Schon im 18. Jahrhundert wurde in den Gasthäusern gefeiert – nicht immer friedlich: Es kam zu Streit und Schlägereien. 1705 ignorierten viele Mensfelder ein Tanzverbot nach dem Tod von Kaiser Leopold. Während der Weltkriege war das Feiern verboten, doch schon 1946 wurde wieder Kirmes gefeiert – ein Symbol für Lebensfreude und Zusammenhalt. In den 1950ern begann das Aufstellen des Kirmesbaums – zunächst durch die Wirte, später durch die Kirmesburschen. 1959 wurde die beliebte Kirmesverlosung eingeführt – Hauptpreis: ein lebender Hammel. Den gibt es heute auch noch. Die Kirmes der 60er war klar gegliedert: Männer feierten samstags, die Jugend sonntags, die Älteren montags. Ein fester Bestandteil: der Kirmesumzug. 1992 stürzte ein Kirmesbursche durchs Hallendach – blieb aber unverletzt. In den 90ern rettete Matthias „Tex“ Lange die Tradition im Alleingang. Seit 2004 gibt es wieder durchgehend aktive Jahrgänge. Neue Bräuche entstanden, wie die Kirmesbeerdigung mit Strohpuppe und Prozession. 2023 feierten wir die 555. Kirmes – und freuen uns auf viele weitere.
Text: Benjamin Narewski · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- Beschwerde des Herrn von Hohenfeld zu Camberg über die Musik anlässlich des Kirchweihfests zu Mensfelden (Trauerzeit wegen Ablebens Kaiser Leopolds)
- Der „Club der Weiberfeinde“: Kirmesgesellschaft 1926
- Der „Klub Fidelio“: Kirmesburschen 1946 in der Mittelstraße
- Die Kirmesburschen 1961
- Kirmesburschen 1965
- Kirmesgesellschaft 1986, Gruppenfoto
Frühe Neuzeit1500–1799
- 1200–1803
Mensfelden ist ein dreigeteiltes Dorf mit drei Landesherren und drei Schultheißen
- 1529
Pfarrer Königstein führt Lutherische Lehre in Mensfelden ein
Weiterlesen zu „Pfarrer Königstein führt Lutherische Lehre in Mensfelden ein“
Die Reformation war eine kirchliche Erneuerungsbewegung im 16. Jahrhundert, die Martin Luther angestoßen hatte. Luther war ein Mönch und Theologieprofessor. Er kritisierte die katholische Kirche und forderte eine Erneuerung. Seine Thesen schlug er 1517 an die Wittenberger Schlosskirche. In Mensfelden gilt der Trierer Kleriker Jakob Königstein nach seinem Gelöbnis vom 28.2.1529 als erster lutherischer Pfarrer, der von Graf Wilhelm von NassauDillenburg 1529 eingesetzt wurde.
Text: Sarah-Marie Fröhlich · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1586
Erstes Rathaus
Weiterlesen zu „Erstes Rathaus“
Die erste Erwähnung eines Rathauses findet sich 1586 in alten Gerichtsdokumenten. Damals war Mensfelden ein vergleichsweise großes Dorf und wurde auch häufig als Flecken bezeichnet. Es gibt keine Aufzeichnung, wo dieses Rathaus stand. Auch gibt es konkrete Verweise auf ein Rathaus in einer Gerichtsordnung von 1652, hier ist unter anderem ein Gemeinschaftsort vor dem Rathaus erwähnt. Erst spätere Aufzeichnungen erwähnen den Ort eines Back- und Rathauses 1831 vor der Kirche. Hierbei war die Ratstube im ersten Stock dieses Backhauses. Dieses wurde 1890 abgerissen nachdem es zuvor 20 Jahre leerstand. Die offiziellen Amtstuben waren daher einige Zeit in den privaten Räumlichkeiten der jeweiligen Schultheißen untergebracht. Das Rathaus in der Fahlerstraße wurde ab 1938 benutzt, nachdem die jüdischen Eigentümer, die Familie Besmann, das Land verlassen und das Gebäude 1938 an die Gemeinde verkaufen mußten.
Text: David Diefenbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1620
Erstes Schulgebäude
Weiterlesen zu „Erstes Schulgebäude“
Alte Schule Die Alte Schule in Mensfelden ist ein lebendiges Zeugnis unserer lokalen Bildungsgeschichte. Bereits 1611 wurde ein Schuldiener erwähnt, und um 1620 entstand das erste Schulgebäude am Westgiebel der Kirche. 1704 wurde es erneuert, später abgerissen, und zwischen 1827 und 1831 durch ein neues Schulhaus auf dem Gelände des alten Pfarrhauses ersetzt. Bis ins 18. Jahrhundert wurden dort auch Kinder aus den Nachbarorten Heringen und Linter unterrichtet. Mit der Gründung der Gemeinde Hünfelden in den 1970er Jahren wurden alle Dorfschulen zentral in Dauborn zusammengelegt. Die Alte Schule verlor ihre Funktion als Lernort und wurde zum Dorfgemeinschaftszentrum sowie zum Sitz des TV Jahn. Erst 2009, mit dem Bau der Erich-Valeske-Halle, wurde sie für fünf Jahre stillgelegt. Im Jahr 2014 wurde sie von der Familie Fischer erworben und zu sechs Wohneinheiten und dem Vereinsheim des Vereins für angewandte Lebensfreude umgebaut. Seit 2024 kehrt mit der Dorfhochschule Mensfelden des Vereins für angewandte Lebensfreude wieder Bildung in das historische Gebäude zurück. So schließt sich der Kreis und die Alte Schule wird erneut zum Ort des Lernens und der Gemeinschaft ☺
Text: Thomas Fischer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1673
Ersterwähnung Jüdischer Einwohner
Weiterlesen zu „Ersterwähnung Jüdischer Einwohner“
Die erste Erwähnung jüdischer Einwohner in Mensfelden findet sich in einer Quelle aus dem Jahr 1673. Vermutlich lebten aber schon vorher Juden im Dorf. Bis in die Mitte des 19. Jh. entwickelte sich Mensfelden zu einem Schwerpunkt der Ansiedlung jüdischer Bewohner. Zeitweise lebten mehr als 50 Jüdinnen und Juden im Dorf.
Text: Arbeitskreis Spuren Jüdischen Lebens in Hünfelden · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1692
Ersterwähnung Heilbrunnen
Weiterlesen zu „Ersterwähnung Heilbrunnen“
In alten Dokumenten ist von einem Heilbrunnen die Rede, welcher 1692 in der Gemarkung “untig dem Zollhaus” auf dem Weg nach Linter gestanden haben soll. Dieser hat jahrelang, wohl seit 1678, den armen, kranken und schwachen Menschen als Erquickung gedient.
Am 5. Januar 1692 wurde dieser Brunnen von dem Chur-Trierer und dem Waldeckischen Schultheißen auf Anordnung des Amtmanns Freiherr von Hohenfeld (Chur-Trier) von 14 Männern aus Mensfelden zugeworfen. Bei nicht Erscheinen wurde ein Zwangsgeld von 10 Gulden angedroht (rund 500 € nach heutiger Kaufkraft). Daraufhin verlangte die diezerische Herrschaft, welche den Brunnen aufgrund der Lage für sich beanspruchte, dass die Übeltäter sich in Diez zu verantworten haben, was der Freiherr von Hohenfels untersagte. Daraufhin wurde der Brunnen vom Flachter Schultheißen wieder in Ordnung gebracht, was aber nicht lange anhielt, da der Herr von Hohenfels ihn abermals von 18 Mensfeldenern zuschütten ließ. Die Gründe für diese Streitigkeiten sind wohl, dass Nassau-Diez eine Abgabe für die Benutzung des Brunnen verlangte von der die anderen Ortsherren nichts abbekamen. Ein weiterer Grund war möglicherweise, dass Kurtrier unter Führung des Freiherrn von Hohenfels eine Konkurrenz zum Mineralbrunnen in Niederselters sah. Der Brunnen gilt heutzutage als verschollen.
Text: David Diefenbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1721
Die Kirchenorgel wird eingebaut
Weiterlesen zu „Die Kirchenorgel wird eingebaut“
Die Orgel wurde wahrscheinlich in 1721 erbaut. Die Herkunft der Orgel ist nicht gesichert (Orgelbauer Silbermann oder Seitz). Sie befindet sich nicht mehr im Originalzustand, da französische Plünderer in 1795 Pfeifen entwendeten. Seit 1971 wird der Blasebalg nicht mehr von Konfirmanten händisch betrieben, sondern von elektrischem Gebläse. Christopher Jung ist der derzeitige Kirchen-Organist.
Text: Christopher Jung · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1776
Auswanderung von 7 Familien nach Friedrichsfeld
Weiterlesen zu „Auswanderung von 7 Familien nach Friedrichsfeld“
- 10 Familien (zusammen 41 Personen) aus den limburgischen Dörfern Mensfelden und Ennerich treffen 1776 in der Gemarkung Trendelburg ein. Die Auswanderer aus dem kurtrierischen Raum, die den dort drückenden Abgaben und Lasten entkommen wollten, hatten zunächst nach Preußen umsiedeln wollen. Mensfelder Abgesandte, die in Preußen die ihnen dort zugedachten Wohnsitze besichtigen wollten, machten auf dem Weg dorthin in Kassel Station. Da der Raum Trendelburg immer noch schwer an den Folgen des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) litt, wurden ihnen von höchster Stelle Vergünstigungen zugesichert, wenn sie ihre Schützlinge im Raum Trendelburg, unweit des sog. "Hammelstalles", sesshaft machen würden. Das so entstehende Dorf, das als "Kolonie" bezeichnet wurde, wurde nach dem Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel "Friedrichsfeld" benannt. Die Unterbringung der Familien erfolgte zunächst teils in Trendelburg, teils in Behelfshütten. Es begann der Bau der ersten 4 Häuser (Steinhäuser), in denen zunächst alle Familien zusammen wohnten. Die Grundstücke wurden den Kolonisten zur Erbleihe überlassen. In 1777 Bau weiterer 6 Häuser aus Fachwerk. Zum so angelegten Dorf gehören außerdem 10 hölzerne Scheunen und Stallungen (für Kleinvieh), ein Backhaus und ein Brunnen. Die ersten "Kolonisten" waren:
- Georg Wilhelm Lieber sen., Mensfelden; Anton Lieber sen., Mensfelden; Wilhelm Lieber jun., Mensfelden; Anton Lieber jun., Mensfelden; Georg Philipp Zollmann, Mensfelden; Georg Anton Frickhöfer, Mensfelden; Christian Deußer, Mensfelden
Wo liegt Friedrichsfeld eigentlich?
Text: Rolf Schwenk · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1777
Mensfelden zählt 1000 Einwohner
19. Jahrhundert1800–1899
- 1801
Großfeuer in Mensfelden zerstört große Teile des Dorfes
Weiterlesen zu „Großfeuer in Mensfelden zerstört große Teile des Dorfes“
Alle Glocken läuten Sturm! Es ist Dienstag, der 21. Juni 1801 gegen 11 Uhr, fast schon Mitternacht Zur Schlafenszeit, die verdiente Ruhe nach schwerer Tagesarbeit Erschreckt, aus dem ersten Schlaf geweckt. Was ist denn da los? Warum läuten denn die Glocken? Da poltert es auch schon an der Haustüre: Hilfe-Hilfe in der Schwarzgasse, (heute Schwerzstraße) der Hof von Müllers brennt lichterloh! Kommt alle zu Müllers! Unser Dorfausrufer eilt durch alle Straßen von Mensfelden und fordert die Bürger auf, zur Hilfe zu eilen! Unterstützt durch den starken Wind aus Westen gerät das Feuer jedoch in unheimlicher Geschwindigkeit über die mit Stroh gedeckten Dächer der nahen Anlieger von Müllers Hof. Ohne Anleitung wird versucht Mensch und Tier vor den umgreifenden Flammen zu retten. Wo sollen wir denn anfangen? Ein wirres aufgeregtes lautes Durcheinander ist im ganzen Dorf zu vernehmen! Jeder aus dem Dorf ist inzwischen hier angekommen und hilft mit primitiven Mitteln, wie Melkeimer, Kochtöpfen, allen möglichen Behältnissen, um Wasser zu transportieren, Vom Löschteich, den Brunnen werden Eimerketten zu den Brandherden gebildet Selbst aus den Jauchegruben wird Puddel zum Löschen genommen. Das Feuer frisst sich immer weiter in die nächsten anschließenden Gebäude hinein. Jetzt, wo es noch nötig und möglich ist, werden die Menschen aus den Häusern geholt, das gelingt durch die schnelle Alarmierung und der vielen Helfer aus dem Dorf, Gott sei Dank! Es kommen keine Menschen um! Bei den Tieren ist das nicht immer möglich! Die Ställe werden geöffnet damit sich die Tiere zum Teil selbst befreien können. Tiere, welche das nicht schaffen, müssen verbrennen. Schnell wird festgestellt, dass das Hab und Gut vielfach nicht mehr zu bergen ist.
Die Feuersbrunst greift weiter in den südöstlichen Teil unseres Dorfes, in Windeseile wird Hof um Hof erfasst. Allen Helfern wird schnell bewusst, dass bei einem solchen Großbrand nicht alle Häuser und Höfe zu retten sind. Die Höfe und Wohnhäuser brennen bis auf die Grundmauern nieder. Alle, vom Feuer betroffenen Familien müssen leider ganz schnell erkennen, dass das Leben von jetzt an ein ganz anders werden wird. Die Habseligkeiten werden fast alle der Asche geopfert. Es werden ab jetzt, da wo es möglich ist, Mensch, Tier sowie Feldfrüchte provisorisch bei der Verwandtschaft, Nachbarschaft und auch in den umliegenden Dörfern untergebracht. Es ist leicht zu ermessen wie kümmerlich ab jetzt gelebt werden muss, zumal der Winter auch noch kommen wird und die Vorräte verbrannt sind. Das meiste Geld- und Sachvermögen was durch den erst kürzlich durch den Krieg 1795 – 1796 sowie einer Viehseuche und einigen Plünderungen ohnehin aufgebraucht und nicht üppig ist, macht das Weiterleben jetzt nur in Armut möglich. Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß! Dem Feuer fallen zum Opfer: 70 Wohnhäuser, 50 Scheunen, 276 Ställe und Holzschuppen. 266 Menschen werden obdachlos.
Text: Stefan Doogs, Robert Krebs · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1723–1933
Auswanderung von Mensfeldener Bürgern nach Nord- und Südamerika
Weiterlesen zu „Auswanderung von Mensfeldener Bürgern nach Nord- und Südamerika“
Europa war im 18. und 19. Jahrhundert kein schöner Ort zum Leben. Kriege überall, Leibeigenschaft, autoritäre Regime, Jobs nur in der Landwirtschaft. Not, Armut, Arbeitslosigkeit und Hunger prägten vielerorts den Alltag – und eine Sehnsucht kam auf. Die Sehnsucht, anderswo neu anzufangen! Jedoch war Auswanderung an staatliche Genehmigung gebunden. 73 Mensfeldener Auswanderer sind offiziell bekannt, die wahre Anzahl lag aber wahrscheinlich doppelt so hoch. Das waren Auswanderer, die keine Genehmigung bekommen hätten, da sie noch Schulden hatten oder mit Recht und Ordnung in Konflikt geraten waren.
Text: Gerd Hasselbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1806–1867
Mensfelden ist Teil des Herzogtums Nassau
- 1837
Gründung Männergesangsverein
Weiterlesen zu „Gründung Männergesangsverein“
- Im Jahr 1837 fanden sich sangesfreudige Männer in unserem Dorf zusammen und gründeten einen Männerchor. Dazu gab es die erste Vereinsfahne mit der Inschrift „Gesangverein zu Mensfelden 1837“ – Damals wurden die Chöre von den Dorfschullehrern geleitet.
- 1887 wurde das 50-jährige Vereinsjubiläum mit einer Fahnenweihe gefeiert. Nach dem I. Weltkrieg kamen viele Sänger nicht mehr nachhause und man entschloss sich, mit dem Männergesangverein „Liederblüte“ zu einem gemeinsamen Vereinschor und nannte sich: „Männergesangverein 1837 Mensfelden.“
- 1937 war das große 100 Jahre Fest und dem MG-Verein wurde die Zelterplakette verliehen.
- Nach dem II. Weltkrieg ging es gesanglich wieder aufwärts und 1962 wurde das 125 Jubiläum gefeiert. Der damalige Chorleiter war Willi Kremer. Es wurden wieder viele Wettstreite und Liederfeste besucht.
- Im Jahr 1980 übernahm Josef Schäfer (Elz) den MGV.
- Durch eine Spendenaktion wurde 1983 ein neues Klavier angeschafft.
- Nach einer Vereinsfahrt des MGV wurde 1984 mit 22 Frauen der Frauenchor gegründet.
- So konnten wir zusammen 1987 – das große Jubiläumsfest – 150 Jahre MGV – feiern.
- Durch eine Spendenaktion 1991 wurde die etwas zerschlissene Vereinsfahne restauriert.
- Ab 1995 wurde jährlich das Weinfest veranstaltet und das Adventssingen in der Kirche seit 2005. Das letzte Weinfest war 2019 zum 25jährigen Jubiläum.
- Chorleiter Josef Schmitt wurde Ende 2019 in den Ruhestand verabschiedet. Unser neuer Chorleiter ist nun Sebastian Roth aus Bad Camberg.
- In 2024 feierte der Frauenchor sein 40 jähriges Jubiläum.
Text: Franz Krainer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1848
Carl Philipp Hehner ist Abgeordneter für die Nationalversammlung in der Paulskirche, Frankfurt
Weiterlesen zu „Carl Philipp Hehner ist Abgeordneter für die Nationalversammlung in der Paulskirche, Frankfurt“
Carl Philipp Hehner, geb. 24. März 1809 in Mensfelden, gest. 1.April 1880 in Wiesbaden) war ein deutscher Jurist und Politiker. Hehner war der Sohn des Schultheißen Philipp Heinrich Hehner (1760–1823) und dessen Ehefrau Maria Barbara geborene Koch (1780– 1820).
Ich freue mich, heute über den vielleicht berühmtesten Mensfelder, Herrn Carl-Philip Hehner, zu sprechen. Herr Hehner war Jurist und Politiker, vor allem aber bekannt als einer der Vertreter des Herzogtums Nassau bei der Deutschen Nationnalversammlung 1848. Da diese in der Paulskirche in Frankfurt stattfand, wurde sie auch das Paulskirchen-Parlament genannt. Aber was war das für eine Zeit in 1848? Es war sehr unruhig, Revolution gegen die Könige und Fürsten in Europa und Deutschland, Ausschreitungen und Tumulte vor allem in den großen Städten wie Berlin, Frankfurt oder auch Wien. Die Fürsten sahen sich daher gezwungen, dem Volk Zugeständnisse zu machen. U.a. wurde es ermöglicht, mit der Deutschen Nationalversammlung das erste deutschlandweite und frei gewählte Parlament einzuberufen. Die wichtigsten Ziele waren 1.: Die Gründung eines deutschen Nationalstaates, anstatt der vielen einzelnen Fürstentümer und 2.: Die Einführung demokratischer Strukturen. Am Ende konnten sich die Fürsten doch noch einmal durchsetzen und die Nationalversammlung hatte nicht lange Bestand. Aber ist sie daher gescheitert? Ich denke nein. Die Dinge, die dort diskutiert wurden, waren in den Köpfen drin und man hat sie nicht mehr rausbekommen. Einiges wurde mit Verzögerung dann umgesetzt. Der deutsche Nationalstand kam 1871 mit der Reichsgründung und die erste deutsche Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg mit der Weimarer Republik. Und selbst im heutigen Grundgesetz fußen einige der wichtigsten Inhalte, wie die Menschen- und Bürgerrechte, auf den Vorlagen, die damals ausgearbeitet wurden. Man kann also von der Nationalversammlung durchaus von einer der Geburtsstunden der deutschen Demokratie sprechen. Ich finde es wunderbar, dass mit Karl Philipp Hehner ein Mensfelder dabei war.
Unterstraße 11?
Unterstraße 13?
Aber wo wurde Karl Hehner geboren? Es war nicht, wie man es vermuten könnte, in der Hehnerstraße. Tatsächlich wurde er in der Unterstraße geboren. Hier gibt es wiederum zwei Versionen. Zum einen im Haus Unterstraße 13, das heutige Haus der Familie Hohlwein, auch Haus „Scholze“ genannt. Die zweite Version besagt, dass er im Haus Unterstr. 11 („Philjokobs“), das damals links daneben stand, geboren wurde. Dieses Haus brannte 1895 leider ab. Glücklicherweise gibt es noch ein Foto von dem Haus. An der Stelle wurde das spätere Elternhaus meines Vaters gebaut.
Text: Frank Patermann · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1890
Erste Poststelle in Mensfelden
Weiterlesen zu „Erste Poststelle in Mensfelden“
In 1890 wurde die erste Poststelle in Mensfelden errichtet. Davor wurde Mensfelden von Kirberg betreut. Der erste Posthalter war Philipp Schumacher in der Backhausstraße, mein Urgroßvater. Die Poststelle wurde bis 1945 betrieben. Gerd Hasselbach
1895 wurde der erste Telefonanschluss von Limburg nach Mensfelden gebaut (allerdings nur für die Post). Heute, 130 Jahre später, trägt Jede(r) das Telefon mit sich herum und benutzt es täglich viele Stunden.
Text: Gerd Hasselbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1894
Gründung „Turnverein 1894 Mensfelden“
Weiterlesen zu „Gründung „Turnverein 1894 Mensfelden““
Turnverein von 1894 Die Turnerei erreichte Mensfelden Ende des 19. Jahrhunderts und man gründete in 1894 den Turnverein Mensfelden. Erster Vorsitzender war Dorfschullehrer Wilhelm Nikodemus (aus Burgschwalbach). In 1895 hatte man das hier sichtbare Statut (Satzung). Schon im Gründungsjahr kaufte man für 89 Mark ein Reck, das man im Freien am Rande des Dorfes aufstellte. Nach einem Jahr zählte der Turnverein 49 Mitglieder (heute sind es 920 Mitglieder!) Um 1900 baute Wilhelm Klapper - später Gastwirtschaft Foike „Tiroler Hof“ seinen großen hohen Saal zu einem Turnraum aus. Die Mensfelder Turner kauften bis 1906 zwei Grundstücke am Dorfrand (heutiger Standort der EV-Halle) und errichteten darauf ihren Turnplatz mit Reck und Barren. Fortan nahm man an Turner - Wettkämpfen teil. 1906 baute man auf dem Platz eine Turnhalle (10,60m x 8m). Diese Halle wurde in 1928 erweitert. Nun war neben dem Turnen und den Proben des Spielmannszugs auch das Theaterspiel mit vorhandener Bühne gut möglich und auch sehr beliebt.
Text: Holger Schmidt · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1895
Erste Telefonleitung in Mensfelden
- 1896
Erstes Bergfest auf dem Mensfelder Kopf (Zweites in Hessen)
Weiterlesen zu „Erstes Bergfest auf dem Mensfelder Kopf (Zweites in Hessen)“
Ein Bergturnfest bzw. Bergsportfest ist eine überwiegend sportlich und gemeinschaftlich motivierte Open-AirVeranstaltung, die auf einer topographisch signifikanten Anhöhe bzw. einem Berg stattfindet. Bergturnfeste entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie gelten als Meilenstein der Turnbewegung, als deren Initiator Friedrich Ludwig Jahn gilt, der deshalb auch als Turnvater bezeichnet wird.
Bergturnfest Für unser Mensfelden und den Turnverein ergab sich im Jahr 1896 eine ganz besondere Ehre und ein großer Vertrauensbeweis: Am 10. Mai 1896 richtete der Turngau „Aargau“ sein erstes volkstümliches Turnfest (Bergturnfest) auf dem Mensfelder Kopf aus. Der Mensfelder Kopf war an diesem Tag mit großer Sicherheit ein Anziehungsmagnet für Turner und Gäste aus der ganzen Region. Seine Anziehungskraf t hat bis heute Bestand! Zu den ersten Wettkämpfen damals zählten Wettlaufen, Steinstoßen, Freiweithochspringen und Stemmen (heutiges Gewichtheben). Das erste Bergfest nach dem Zweiten Weltkrieg fand am 31. August 1947 statt. Das Programm der ersten Bergturnfeste war ambitioniert und wurde postalisch an alle Turnvereine der Region geendet. Es gab viele Zuschauer. Hier ein Auszug von der Einladung für das Bergfest am 28.08.1949: 6:45 Uhr Katholischer Gottesdienst in der Kirche zu Mensfelden 7:15 Uhr Evangelischer Gottesdienst in der Kirche zu Mensfelden 8:00 Uhr Beginn der Wettkämpfe – insbesondere Leichtathletik 12:00 Uhr Eintopfessen (Bestecke und Essnapf sind mitzubringen); Für die Ehrengäste wurden Teller und Löffel aus dem Dorf mitgebracht. 13:30 Uhr Beginn der Einzelwettkämpfe und Staffelläufe – Anschließend Vorführungen der Mädchenriege des TuS Mensfelden 17:00 Uhr Siegerverkündigung – Ehrung mit Eichenkranz 18:30 Uhr Abends gemütliches Beisammensein bei Musik und Tanz im Ort (Turnhalle). Eintritt frei! Viel Branntwein wurde getrun ken. In dieser Zeit der Not stand auch die Verköstigung der Teilnehmer mit einer großen Menge kräftiger Erbsensuppe im Vordergrund , die dankbar angenommen und restlos verzehrt wurde. Zur Zubereitung der Suppe wurden die Zutaten bei den Mensfelder Einwohnern gesammelt. Die Zubereitung selbst erfolgte bei den heimischen Metzgern und mit den großen Milchkannen wurde die Suppe dann hochgebracht. Auch stand eine Gulaschkanone (mobile Feldküche) aus dem Krieg zur Verfügung. Für die Ehrengäste wurden Teller und Löffel aus dem Dorf mitgebracht.
Unser Bergturnfest am Meko ist bis in die heutige Zeit als eines der letzten seiner Art in Hessen erhalten geblieben. Es wird weitergehen!
Text: Holger Schmidt · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1898
Gründung Obst- und Gartenbauverein
Weiterlesen zu „Gründung Obst- und Gartenbauverein“
❖ Der Obst und Gartenbauverein ist der drittälteste Verein in Mensfelden, er hat eine bewegte Geschichte. ❖ Früher kümmerte man sich um fundamentale Dinge, es gab Pflanzversuche mit Kartoffeln, Gartensämereien wurden erprobt und weiterempfohlen. Viele Obstbäume wurden gepflanzt und veredelt. Das war die wichtige erste Zeit von der alle Mensfeldener profitierten. ❖ 1905 wurde die Kursistenruhe, Richtung Mensfeldener Kopf, angelegt, die heute noch existiert, aber leider heute ein Schattendasein führt. ❖ Bis in die 1950er Jahre wurde der Obstüberschuss aus dem Obstanbau verkauft, am Anfang war es ein lohnendes Geschäft, bis das ausländische Obst die Märkte eroberte. ❖ 1982 fusionierte der Verein mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein zum heutigen Verein Gartenbau und Umwelt e.V. ❖ In den letzten Jahrzehnten wurde sich um die Pflege der kommunalen Obstbäume gekümmert. Hier sind besonders Hans Deubner, Dieter Kees und Philipp Trapp hervorzuheben. Auch gab es viele gute Vorträge und Ausflugsfahrten, z. B. auf Landesgartenschauen und in Schaugärten. ❖ In 2023 wurden die Saisongärten auf dem Gelände der Baumschule Schumann eröffnet. ❖ Jetzt steht wieder ein Neuanfang bevor. Denn der gesamte Vorstand mit dem Vorsitzenden Franz Krainer tritt Ende diesen Jahres zurück.
Text: Gerd Hasselbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
20. Jahrhundert, erste Hälfte1900–1945
- 1901
Erstes Auto in Mensfelden
Weiterlesen zu „Erstes Auto in Mensfelden“
Ich möchte Euch einen besonderen Moment aus der Geschichte Mensfeldens vorstellen: Im Jahr 1901 erlebte unser Dorf eine kleine Sensation – der erste Motorwagen kam nach Mensfelden! Ein Tierarzt aus Limburg war es, der mit seinem Automobil auf unseren damals noch holprigen Wegen einfuhr. Es war eine unglaubliche Neuheit, die großes Staunen hervorrief. Kurz darauf folgte eine weitere Premiere: Pfarrer Bökel bekam das erste Motorrad im Ort. Diese beiden Ereignisse markierten den Beginn des motorisierten Zeitalters in Mensfelden – eine Entwicklung, die unser Leben nachhaltig verändern sollte. Damals waren Autos und Motorräder noch eine absolute Seltenheit, und jedes neue Fahrzeug wurde bestaunt wie ein Wunder. Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr diese ersten Motorfahrzeuge die Mobilität und den Fortschritt in unser Dorf brachten.
Text: Thomas Fischer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1905
Kaisermanöver in Mensfelden und Umgebung mit Kaiser Wilhelm II
Weiterlesen zu „Kaisermanöver in Mensfelden und Umgebung mit Kaiser Wilhelm II“
Kaiserbäume und Kaisermanöver Zunächst möchte ich ein Hinweis bezüglich der Kaiserbäume auf dem Mensfeldener Kopf geben. Viele glauben, dass diese Bäume zu Ehren von Kaiser Wilhelm II. nach dem Kaisermanöver 1905 gepflanzt wurden. Tatsächlich wurden jedoch bereits in den Jahren 1860 und 1886 sogenannte Kaiserbäume zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. auf dem Meko gepflanzt. Seitdem zierten zwei Akazien Richtung Osten und Westen, zwei Linden Richtung Norden und Süden sowie eine Kastanie in der Mitte den Mensfeldener Kopf. Die Baumpflanzungen zu Ehren Kaiser Wilhelm I. waren auch aufgrund der Sedansfeiern gepflanzt worden, die bis zum ersten Weltkrieg auf dem Mensfeldener Kopf stattfanden. Hier wurde die deutsche Einheit unter patriotischen Reden und Liedern gefeiert. Der Sedantag war ein Gedenktag, der im Deutschen Kaiserreich jährlich um den 2. September begangen wurde. Er erinnerte an die Kapitulation der französischen Armee am 2. September 1870 nach der Schlacht bei Sedan. Eine besondere Erinnerung bleibt das große Kaisermanöver von 1905, bei dem Kaiser Wilhelm II. anwesend war. Am 12. September 1905 begann das Kaisermanöver des 8. Armeekorps gegen das 18. Armeekorps zwischen Werschau und Mensfelden. Der Höhepunkt des letzten Tages fand am Oberbrecher Berg und Nauheimer Kopf statt. Kaiser Wilhelm II. beobachtete das Geschehen mit seinem Stab auf dem Nauheimer Kopf, begleitet von Kronprinz Friedrich Wilhelm, Kaiserin Viktoria, Prinz Eitel Wilhelm und anderen. Ob der Kaiser und sein Gefolge auch auf dem Mensfeldener Kopf waren, ist nicht dokumentiert. Ein Gedenkstein auf dem Nauheimer Kopf erinnert heute an dieses Ereignis, dass Kaiser Wilhelm II. dort eine Manöverkritik abhielt. Was dokumentiert wurde, sind die erheblichen Manöverschäden. Während der Manöverzeit war die Ernte noch in vollem Gange. Das Getreide war noch nicht vollständig abgeerntet und die Kartoffel- und Rübenernte hatte noch nicht begonnen. Da bei dem Manöver neben Menschen und Pferden auch Geschütze eingesetzt wurden waren die Schäden erheblich. So erhielt Werschau z. B. 12.000 Mark als Entschädigung für Flurschäden. Welche Summe an Mensfelden ausgezahlt wurde, ist leider nicht bekannt. Kaiser Wilhelm II. und sein Gefolge waren zu dieser Zeit bereits mit Automobilen unterwegs. Während der Zeit des Manövers wurde er beim Verlassen der Stadtkirche in Limburg an seinem Automobil fotografiert.
Text: Günter Foth · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1905–1906
Bau des heutigen Pfarrhauses
Weiterlesen zu „Bau des heutigen Pfarrhauses“
Eines der ersten Pfarrhäuser dürfte im 13. /14. Jh. erbaut worden sein. Nach einem Bericht von 1785 wird von einem alten Pfarrhaus erzählt, das schon 1614 bis gegen das Jahr 1640 von dem Verfall bedroht war, so dass der Pfarrer gezwungen war in eine Mietwohnung umzuziehen. Gegen Ende des dreißigjährigen Krieges wurde sämtliches Holz des alten Pfarrhauses gestohlen, so dass der Platz, worauf es stand, fast völlig leer war. Nachdem die Mietwohnung des Pfarrers von 1640 - 1664, angeblich das heutige Haus Lanz/Crecelius in der Mittelstraße wegen Verkauf geräumt werden musste, wurde die Gemeinde gezwungen, ein neues Pfarrhaus zu bauen. Dies wurde 1664 auf den alten Platz des alten Pfarrhauses Ecke Neustraße/Unterstraße, wo die jetzige Schule steht, mit Stallungen und Scheune gebaut. Im Jahre 1801 wurde durch einen Großbrand auch dieses wieder vernichtet. 1802 - 1906 wurde das Pfarrhaus in der Backhausstraße 2 („Alte Post“) von den Pfarrern bewohnt. Auf dem alten Friedhof bei der Kirche (damals Totenhof genannt), wurde im Jahre 1905 - 1906 ein neues Pfarrhaus erbaut, und im Juli 1906 bezogen.
Text: Bärbel Knapp · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1871–1944
Mensfelden liegt in der Provinz Nassau, Freistaat Preußen im Deutschen Reich
- 1914
Erstes elektrisches Licht in Mensfelden
Weiterlesen zu „Erstes elektrisches Licht in Mensfelden“
Porzellanisolatoren Nebengebäude Christoph Hohlwein, Unterstraße
Die Elektrifizierung in Deutschland nahm nach der Internationalen elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt 1891 richtig Fahrt auf.
1913 wurde dann eine Fernleitung von Höchst über Staffel und Holzappel in den Westerwald gebaut ◦
zum einen um die Wasserkraftwerke an der Lahn, das Braunkohlekraftwerk in Höhn (Westerburg) und das Heizkraftwerk in Höchst zu verbinden
und zum anderen um die weitere Elektrifizierung des Taunus vorzubereiten
Ausgehend von dieser Fernleitung wurden die Dörfer an das Stromnetz angeschlossen
Im Herbst 1913 beschloss die Gemeindevertretung Mensfelden die Elektrifizierung des Dorfes und am 16. September 1914 brannte dann das erste Licht in Mensfelden.
Die erste Verdrahtung ging entlang der Hauswände wie auch zwischen den Gebäuden und in den Ställen über Porzellanisolatoren und Freileitungen,
Üblich war ein pauschaler Brennstellentarif z.B. für zwei Glühlampen. Wurden mehr Lampen eingeschaltet, flackerte das Licht.
Noch vor aber hauptsächlich nach dem zweiten Weltkrieg kamen auch Elektromotoren zum Einsatz, die aber noch sehr teuer waren.
Über einen Motor und einer Transmission wurden mehrere Maschinen angetrieben z.B. Schrotmühlen und Rübenschnitzler aber auch erste Waschmaschinen (Bild rechts)
Auch der bis dahin übliche Bulldog für den Antrieb der Dreschmaschinen wurde durch einen Elektromotor ersetzt. Im Bild rechts sieht man den Anschluss für den Motor an einer Hausfassade in der Schlimmstraße 14, den letzten, den ich gefunden habe.
Text: Wolfgang Reh · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1914–1918
28 junge Männer sterben im 1. Weltkrieg
Weiterlesen zu „28 junge Männer sterben im 1. Weltkrieg“
Kriegerdenkmal 1914/18 das nach dem 2. Weltkrieg ersetzt werden mußte
Am 2. August 1914 war der erste Tag der Mobilmachung für den Krieg, der als erster Weltkrieg in die Geschichte eingehen sollte. Obwohl die Kriegseuphorie vor allem in den Städten anfangs groß war, machte sich die Landbevölkerung große Sorgen. Die gesunden jungen Männer wurden zum Militär eingezogen, die schwere Feldarbeit blieb für die Frauen, die Alten und die Kinder. Die besten Pferde mussten abgegeben, Ochsen und sogar Milchkühe zum Pflügen eingesetzt werden. Nahrungsmittel und Kleidung wurden rationiert und nur auf entsprechende Karten ausgegeben. Zur Finanzierung des Krieges wurde später unter dem Motto: „Gold geb‘ ich für Eisen“ sogar die Abgabe von Trauringen und Schmuck gefordert. Im Verlauf des Krieges kamen dann Kriegsgefangene auch nach Mensfelden. Sie waren in der Turnhalle untergebracht. Sie mussten in der Landwirtschaft und den ansässigen Gewerbebetrieben mitarbeiten. 28 Mensfelder Männer starben an den verschiedenen Fronten. Sie fehlten in ihren Familien und brachten so große Trauer und Leid.
Text: Stephan Blödel · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1919
Gründung Ortsbauernschaft
Weiterlesen zu „Gründung Ortsbauernschaft“
Der Ortsbauernverband Mensfelden hat sich ursprünglich nach dem 1. Weltkrieg in Form einer Ortsbauernschaft gegründet, wo viele Bauern zusammen kamen. Diese waren der Kreisbauernschaft des Kreises Limburg und des späteren Kreisbauernverbandes angeschlossen. Trotz anfangs vieler kleiner landwirtschaftlicher Betriebe, die sich überwiegend selbst versorgten, ging die Zahl der Betriebe nach dem Krieg durch die steigende Industrialisierung stetig zurück. Wo bis Ende der 1960-er Jahre über 160 Milchkannennummern vorhanden waren. Auch das Pferd, das bis dahin für die Arbeit auf dem Feld gebraucht wurde, konnte in der Mitte der 60iger Jahre durch den Schlepper ersetzt werden. Heute gibt es im Ortsbauernverband noch 15 Mitglieder, wobei 1 Haupterwerbsbetrieb, 3 Nebenerwerbsbetriebe und der Rest passive Mitglieder sind. Bei der Viehhaltung ist es so, dass es in Mensfelden noch 28 Mutterkühe der Rasse Brauner Angus und 6 Mastrinder gibt. Außerdem ca. 120 Mastschweine, 61 Mutterschafe, 20 Ziegen, 25 Pferde. Bei den Hühnern steht überwiegend die Eigenversorgung im Mittelpunkt und bei den Hasen ist der Halter züchterisch unterwegs. Hunde und Katzen werden ausschließlich zur Freizeitgestaltung gehalten. Im Ackerbau war es früher so, dass eine weit gestellte Fruchtfolge mit Kartoffeln, Futterrüben, Kleegras, Weizen, Gerste und auch Hafer stattfand. Das Grünland wurde zur Heugewinnung genutzt und den Kühen und Pferden verabreicht. Die Flächen waren kleine Pazellen und haben sich im Eigentum befunden. Seit den 1970-iger Jahren gaben viele Betriebe auf, so daß andere Betriebe diese Flächen pachten konnten. Außerdem ist in den letzten Jahrzehnten die Mechanisierung stark vorangeschritten. Dadurch mussten die Betriebe rationeller arbeiten und versuchten durch Flächentausch zu größeren Schlagflächen zu kommen. In Mensfelden gab es bisher keine Flurbereinigung, nur eine Blitzumlegung, wobei sogar Stosswege erhalten blieben.
Die Milchbank wurde bis 1972 als Hilfsmittel verwendet um eine leichtere Handhabung der Milchkannen beim Umladen auf das Transportfahrzeug zu ermöglichen. Nach 1972 wurden die Milchkannen durch Kühlkarren ersetzt. Ab dann wurde Milch vom Tankfahrzeug direkt abgepumpt, gekühlt und unter Einhaltung der Kühlkette weiter transportiert. 1972 wurden in Mensfelden im Schnitt ca. 1.000 Liter Milch täglich gemolken und anschließend zur Molkerei nach Niederneisen transportiert.
Die Milchbänke, fünf an der Zahl, dienten noch lange Zeit als Treffpunkte der Dorfjugend.
An den Standplätzen der Milchbänke wurden durch die Gemeinde Sitzbänke aufgestellt. So zum Beispiel die Unnergässer Bank. Hier treffen sich bei schönem Wetter junge und alte Mensfelder sowie Nachbarn, zum Ausruhen und zum Abendplausch ☺ Diese Nachbildung der Milchbank wurde dankenswerterweise von der Firma Eduard Steingräber gezimmert und zusammen mit den Nachbarn aufgestellt. Die Milchkannen wurden als Leihgabe von den Nachbarn als Deko zur Verfügung gestellt.
Text: Jürgen Völker, Robert Krebs · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1922
Gründung „Sportverein 1922“
Weiterlesen zu „Gründung „Sportverein 1922““
Sportverein 1922 Der Fußball von England kommend erreichte nach dem 1. Weltkrieg auch Mensfelden. 1922 gründete man in Mensfelden einen Sportverein neben dem Turnverein. Erster Vorsitzender war Albert Schumann. Die Fußballer des Sportvereins von 1922 - verächtlich Zigarettenbuben genannt - spielten auf Wiesen in Richtung Linter oder auch auf den Wiesen vor dem Dorf. Unterhalb des Kappesburtes in Richtung Nauheim war eine Wiese auf der dann sonntags die Tore zum Spiel aufgestellt wurden. Was heißt Tore, in den Anfängen waren es Bohnenstangen. Mit der Flurbereinigung von 1927 entstand am Meko ein Sportplatz unterhalb der damaligen Fliegerhalle, die im Krieg zerstört wurde. Die natürliche Neigung des Geländes in West-Ost-Richtung blieb erhalten, sodass etwa ein 2,20 m Höhenunterschied von Tor zu Tor bestand. In den 30er Jahren wurde ein Toilettenhäuschen im Wald errichtet, welches eine traurig stinkende Berühmtheit im Kreis bis in die 80er Jahre erlangen sollte.
Zusammenschluss von Turnverein und Sportverein 1936 1936 kamen beide Sportvereine von Mensfelden überein, zusammenzugehen. Am 21.3.1936 beschließt die a.o. Mitgliederversammlung des „Sportvereins 1922 e.V. Mensfelden unter Vorsitz von Albert Schumann, Kassierer Reinhardt und dem Schriftführer Karl Weyershäuser bei Einstimmigkeit der 37 anwesenden Mitglieder im Gasthaus Dankof (Altes Zollhaus) die Auflösung des Sportvereins und den Zusammenschluss mit dem Turnverein Mensfelden. Vorsitzender des Turnvereins ist Karl August Schumann. Die Mitglieder des Sportvereins sind dem „neuen Verein“ beigetreten.
Am 25.04.1936 fand eine Hauptversammlung des neuen Turn- und Sportvereins in der Turnhalle statt. An stimmberechtigten Mitgliedern waren vom Sportverein 26 und vom Turnverein 43 Mitglieder anwesend und stimmten einstimmig für den Zusammenschluss zum „Turn- und Sportverein von 1894 im Reichsbund für Leibesübungen“. Der Reichssportbund genehmigte den Zusammenschluss.
- Unser Verein hat eine stolze über 130-jährige Tradition und vereint etwa 950 Mitglieder aus Mensfelden und der Region, darunter 340 Kinder und Jugendliche. Wir sind mehr als nur ein Sportverein, wir sind ein aktiver Teil des Dorflebens und fördern den Zusammenhalt in der Region. Unser Verein bietet eine beeindruckende Vielfalt an Aktivitäten, die für alle Altersgruppen und Fähigkeiten geeignet sind. KINDERTURNEN
- LEICHTATHLETIK
- FUSSBALL
- SCHIESSEN
- TENNIS
- VOLLEYBALL
- TANZEN
- TAEKWONDO
- RHYTHMISCHE SPORTGYMNASTIK
- SENIORENFITNESS
- WALKING
- FRAUENGYMNASTIK
- RÖHNRADTURNEN
- YOGA
- ZUMBA® Der Höhepunkt in unserem Vereinsleben ist jedes Jahr das Kinder- und Jugendzeltlager mit rund 130 Kindern und 60 Betreuern. Hier auf dem Meko, mit seiner Sportanlage und dem Vereinsheim sind wir genauso zuhause, wie in der ErichValeske-Halle und auf der vereinseigenen Tennisanlage am Dorfrand von Mensfelden. Unsere jährlichen Sportfeste auf dem Meko, wie das internationale Volleyballturnier und das traditionsreiche Bergturnfest des Turngau Mittellahn haben Alleinstellungsmerkmale in unserer Region. Die Kreissportanlage am Fuße des Mensfelder Kopfes mit zwei Naturrasenplätzen und einer 400 m Bahn gibt es seit 1984. Neben dem Sport kümmern wir uns um die jährliche Fastnacht und die Kirmes in Mensfelden, sprich wir leben und lieben auch die Geselligkeit.
Text: Holger Schmidt · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1935
Gründung Freiwillige Feuerwehr
Weiterlesen zu „Gründung Freiwillige Feuerwehr“
1935 wurde in Mensfelden der erste Feuerwehrverein gegründet. Vorher gab es wie überall üblich, eine Pflichtfeuerwehr. Der erste Kommandant der neu gegründeten Wehr, war Wilhelm Schwindt. Die Ausrüstung der Wehr bestand im Wesentlichen aus einer Handfeuerspritze, die noch von Pferden gezogen wurde. Diese Handfeuerspritze (Baujahr 1889) wurde von Mitgliedern der Feuerwehr vor einigen Jahren überholt und ist noch heute, nach über 100 Jahren, funktionsfähig. Mit dem Gründungsjahr erhielt die Gemeinde auch ihre erste Motorspritze. Eine „Flader“, mit einer Leistung von 400 l/min. In den Kriegsjahren 1939 - 1944 kam eine weitere Motorspritze „Flader“ mit einer Leistung von 800 l/min hinzu. Außerdem wurden aus Mangel an Einsatzkräften, junge Männer des Dorfes, als „Hilfsfeuerwehrpflichtige“ Dienstverpflichtet. Nach dem 2. Weltkrieg formierte sich auch in Mensfelden der Fortbestand der Wehr, unter der Leitung von Willi Euler als Ortsbrandmeister. Er führte dieses Amt über 25 Jahre aus. Seine Tätigkeit wurde leider durch seinen frühen Tod am 4.11.1972 unterbrochen.
Text: Frank Seel · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1933–1939
Vertreibung der jüdischen Familien aus Mensfelden
Weiterlesen zu „Vertreibung der jüdischen Familien aus Mensfelden“
Die zwischen 1933 und 1939 hier wohnhaften Familien trugen die Namen Besmann, Dublon, Rosenberg, Seemann, Stein und Stern. Mit der Machtübertragung an die NSDAP verschärfte sich die Situation auch für die Jüdinnen und Juden in Mensfelden. Antisemitische Vorfälle trafen die meisten Familien. Viele flohen in größere Städte wie Frankfurt oder Mainz oder ins Ausland. Im November 1939 verließ die jüdische Familie Seemann als letzte Mensfelden. Mindestens 16 Jüdinnen und Juden, die in Mensfelden geboren wurden und/oder dort länger lebten, wurden von den Nazis ermordet
Text: Arbeitskreis Spuren Jüdischen Lebens in Hünfelden · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1936
Zusammenschluss Turnverein 1894 und Sportverein 1922 zum Turn- und Sportverein 1894
- 1939–1945
58 Männer sterben im 2. Weltkrieg
Weiterlesen zu „58 Männer sterben im 2. Weltkrieg“
Deutschland hatte aus dem verlorenen ersten Weltkrieg nichts gelernt. Am 01. September 1939 trat Deutschland mit dem Überfall auf Polen erneut als Aggressor auf und legte sich im späteren Verlauf in einem Zwei-Fronten-Krieg erneut mit allen Großmächten an. Vor dem Kriegsbeginn mit Frankreich 1940 wurden zehn Familien aus Fellerich (Kreis Saarburg) im saarländischen Grenzgebiet nach Mensfelden evakuiert. Der Krieg forderte wieder große Opfer an Menschen und Material, aber anders als im ersten Weltkrieg waren Tod und Zerstörung nicht nur auf die Fronten beschränkt. Durch eine weiterentwickelte Luftwaffe und deren gnadenlose Bombardements gab es auch in der Heimat unter der Zivilbevölkerung großen Schaden und viele Tote. Selbst auf dem Land fielen Bomben. Nauheim erlitt durch einen Bombenteppich große Schäden und Verluste, während Mensfelden mit Artilleriebeschuss, der das alte Zollhaus zerstörte, vergleichsweise glimpflich davonkam. Aber auch dieser Krieg forderte Opfer unter den Mensfeldern. 58 kehrten aus ihren Einsätzen nicht zurück.
Text: Stephan Blödel · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1945
Altes Zollhaus brennt ab
Weiterlesen zu „Altes Zollhaus brennt ab“
Die Quellenlage zum Alten Zollhaus ist nicht wirklich üppig. Erstmalig erwähnt wurde es im Jahr 1570. Danach gibt es immer wieder Berichte über Streitigkeiten vor Ort oder Überfälle und Raube. Außerdem wurde in der Folgezeit mehrfach die Zollerhebung wieder eingestellt und das Haus verfiel und wurde später wieder aufgebaut. Auch die Zuständigkeiten wechselten immer mal wieder. Im Jahr 1806 wurde die Zollstelle dann endgültig geschlossen und 10 Jahre später das Anwesen an einen Herrn Lanz verkauft, der auch als Chausseewärter hier tätig war. Danach etablierte sich auf Grund der günstigen Lage an den Handelswegen eine Umspannstation und in dessen Folge auch die Gastwirtschaft und spätere Brennerei. Später ging das Eigentum an eine Familie Crecelius und Dankof über, die die Gaststätte letztlich bis in die 1980er Jahre bewirtschaftete. Im März 1945 brannte durch Beschuss oder Brandstiftung die Hofanlage ab und wurde in der Folgezeit dann dank einer großen Spendenaktion der Mensfelder Bürger wieder errichtet. Der Ausbau der Bundessstrasse B417 in den 1970er Jahren führte zu einer Veränderung der Verkehrsführung und damit auch zu einer Umgestaltung des gesamten Umfelds.
Text: Steffen Heckelmann · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
20. Jahrhundert, zweite Hälfte1946–1999
- 1945–1953
Mindestens 228 Heimatvertriebene werden Mensfelden zugewiesen
Weiterlesen zu „Mindestens 228 Heimatvertriebene werden Mensfelden zugewiesen“
Nach Beendigung des 2. Weltkrieges haben die Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und Russland durch den Potsdamer Vertrag die Grenzen in Europa neu gezogen und in der Folge rund 14 Millionen Deutsche heimatlos gemacht. Zwischen 1945 u. 1953 wurden deutschstämmige Bewohner zu hunderttausenden aus dem Sudetenland (Tschechoslowakei), Ungarn, Rumänien sowie Ost- und Westpreußen von Haus und Hof vertrieben. Dort, wo sie schon seit Jahrhunderten sesshaft waren und nicht selten ihre Vorfahren das Land erst urbar gemacht hatten. Oft wurden sie mit brutaler Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben. Sie konnten nur noch in den Westen flüchten. Der damalige Bürgermeister Walter Schwenk schrieb seinerzeit die folgenden Zeilen: „Niemals werde ich vergessen, wie damals die Flüchtlingsfamilien, die uns vom Kreis {Limburg} zugewiesen wurden, mit ihrem Bündel noch gebliebener Habseligkeiten auf dem Bürgermeisteramt ankamen. Mit Tränen in den Augen warteten sie ängstiglich, wo man sie hinbringen würde und ob sie nur als geduldete Gäste oder von mitfühlenden Deutschen aufgenommen würden, was leider nicht immer der Fall war.“ Nach Kriegsende bis in die 1950-er Jahre sind der Gemeinde Mensfelden 228 Männer, Frauen und Kinder zugewiesen worden. Zeitzeugen berichteten, welche schwere Aufgabe es war, die Geflüchteten in den Häusern unterzubringen. Die meisten Familien hatten selbst nur wenig Platz und mussten sich nun sehr stark einschränken. In der ehemaligen Fliegerhalle (heute: Bucherweg – Königsberger Str.) fanden 8 Familien eine Unterkunft, obwohl die Wohnverhältnisse dort überaus primitiv waren. Doch jetzt hatten die Menschen zumindest ein Dach über dem Kopf.
Rd. 80 % der angekommenen Vertriebenen stammten aus dem Sudetenland {z. B. Fam. Fischer, Finger, Böhm}, aber auch ungarndeutsche {Fam. Schöttl} und Ostpreußen {Fam. Kanigowski, Narewski} sind in Mensfelden sesshaft geworden. Durch Fleiß, Sparsamkeit und ihren Unternehmergeist haben sich die meisten über die Jahre ein eigenes Heim geschaffen und hier im Ort eine zweite Heimat gefunden. So wurden die ehemaligen Heimatvertriebenen zu vollwertigen Bürgern und übernahmen Verantwortung in Firmen {Kurt Finger – Fliesen Biebricher } oder in Vereinen {Willi Narewski – 12 Jahre Vorsitzender des TuS}. Zur Erinnerung an die verlorenen Ostgebiete hatte der Gemeindevorstand beschlossen, dass die erste Straße des damaligen Neubaugebietes „Königsberger Str.“ genannt werden soll.
Auch wenn viele Geflüchtete aus der alten Generation ihrer Heimat bis zum Lebensende nachtrauerten und es aufgrund des „Eisernen Vorhangs“ lange Zeit geradezu unmöglich erschien an die Stätte ihrer Kindheit zurückkehren zu dürfen, so ist es durch die politische Veränderung nicht wenigen Menschen gelungen, die Heimat ihrer Vorfahren doch noch zu besuchen und manchmal sogar mit den jetzt dort lebenden Menschen ihren privaten Frieden zu schließen und länderübergreifende Freundschaften zu knüpfen. Ich habe heute einen Koffer aus Holz mit Schloss und einfachem Schlüssel aus Eisen mitgebracht, den mein Vater unter primitivsten Bedingungen in Sibirien angefertigt hat. Mit diesem Koffer ist er als 19-jähriger am 13.03.1948 in Mensfelden angekommen.
Auszug aus der Familienbibel von Ida und Otto Narewski, Buchenhagen, Ostpreußen Sohn Alfred H. Narewski ►als 19-jähriger am 13.03.1948 in Mensfelden angekommen.
Als 17-jähriger verschleppt nach Sibirien, Russland Anschließend Zwangsarbeit in einem Uranbergwerk, Erzgebirge (Sowjetisch besetzte Zone)
Text: Fred Narewski · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1953
Gründung Landfrauenverein
Weiterlesen zu „Gründung Landfrauenverein“
- 1953 gegründet von 17 engagierten Bäuerinnen – heute über 70 Jahre gelebte Gemeinschaft
- Vielfalt verbindet – rund 90 Frauen aus allen Berufen & Altersgruppen sind heute Mitglied im Verein
- Mit den „Bienchen“ seit 2021 sind auch 30 Kinder aktiv dabei – eine echte Generationengemeinschaft
1953 – war das Gründungsjahr der Landfrauen Mensfelden. 17 engagierte Bäuerinnen legten den Grundstein für das, was heute eine starke Gemeinschaft ist. Was als Treffpunkt für Austausch, Weiterbildung und Zusammenhalt auf dem Land begann, hat sich stetig weiterentwickelt – mit dem Herz am richtigen Fleck und dem Blick in die Zukunft. 2016 entstand mit den LandFrauen 2.0 eine dynamische Gruppe junger Frauen, die sich eigenständig organisieren und frischen Wind in den Verein bringen. Ob kreative Workshops, gemeinsame Ausflüge oder Themenabende – hier gestalten junge LandFrauen aktiv ihr eigenes Programm und bringen neue Perspektiven ein. 2021 folgte dann ein weiteres Highlight: Mit unseren Bienchen – den beiden Kindergruppen – wächst nun auch die nächste Generation in die LandFrauen-Familie hinein. Heute zählen wir rund 90 Frauen und 30 Kinder – von der Rentnerin bis zur Ärztin, von der Verkäuferin bis zur Managerin, von der Hausfrau bis zur Lehrerin. Wir sind vielfältig, bunt, generationsübergreifend – und zeigen: LandFrauen sind längst mehr als nur Land und Frau. Wir sind gemeinsam stark – seit über 70 Jahren und für die Zukunft.
Text: Corinna Zollmann · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1953
Zehntscheune brennt ab
Weiterlesen zu „Zehntscheune brennt ab“
Der Zehnte diente ursprünglich der Kirche zur Finanzierung ihrer Aufgaben. Der Zehnte war eine Abgabe, die Bauern im Mittelalter und der frühen Neuzeit an die Kirche oder die lokale Herrschaft leisten mussten. Diese Abgabe betrug etwa zehn Prozent (daher der Name “Zehnte”) ihrer landwirtschaftlichen Erträge – wie Getreide, Vieh oder Wein. In Deutschland wurde der Zehnte erst im 19. Jahrhundert offiziell abgeschafft.
Text: Gerd Hasselbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1960
Erste Gemeinschafts-Gefrieranlage als Genossenschaft
Weiterlesen zu „Erste Gemeinschafts-Gefrieranlage als Genossenschaft“
Gertrud Fischer vor der leergeräumten Anlage kurz vor dem Abbau
Gemeinschaftsgefrieranlage hinter dem Alten Rathaus, Fahlerstraße
Im Jahre 1960 hatten sich einige Einwohner der Gemeinde Mensfelden mit dem Gedanken getragen, eine Gemeinschaftsgefrieranlage zu errichten. Am 14. Oktober 1960 wurden alle Interessierten zu einer öffentlichen Versammlung in die Gastwirtschaft Foike eingeladen, um sich zu einer Gemeinschaft zusammenzuschließen. Es waren 36 Personen bereit, eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu gründen. Das Gebäude für die Unterbringung der Anlage wurde im Jahre 1960 in Eigenleistung im Hinterhof des Alten Rathauses gebaut. Im Bild die Eingangstür zur Anlage. Offensichtlich fand die Anlage großen Anklang, denn im Jahre 1962 wurde eine zweite Anlage im Kellergeschoss der Spar- und Darlehenskasse in Betrieb genommen.
Die Genossenschaft zählte 1962 somit 106 eingetragene Mitglieder, zwei Gefrieranlagen mit insgesamt 100 Lagerfächern, 4 Vorfrostern, 2 Maschinenfächer und einen Kühlraum. Ein Lagerfach fasste 263 Liter und reichte zur Konservierung eines geschlachteten Schweins und der Gemüseernte im Herbst. Die bis dahin übliche Konservierung durch einkochen, pökeln oder räuchern war nicht mehr nötig und die Torten für größere Feste konnten sicher gelagert werden. Die Miete eines Faches kostete zuletzt 46 € im Jahr. Nach über 30 Jahren, Ende der 90iger wurde die Anlage in der Spar- und Darlehenskasse geschlossen und am 16. Juli 2011 auch die Anlage neben dem alten Rathaus. Die Anlagen waren veraltet und die meisten Mensfelder hatten mittlerweile eigene Gefriergeräte zu Hause. Gertrud Fischer übernahm von ihrem Vater Karl Kees, der dieses Amt lange Jahre ausführte, die Verwaltung der Anlage.
Text: Wolfgang Reh · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1962–1963
Bezirkssieger Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
Weiterlesen zu „Bezirkssieger Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden““
Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Heimat – wie bist du schön! In den Jahren 1962 und 1963 verwandelte sich unser Dorf dank engagierter Bürger in eine blühende Gemeinde. Mit großem Einsatz wurden ehemalige Abstellplätze in liebevoll gestaltete Parkanlagen verwandelt. Häuser, Zäune und Tore wurden frisch gestrichen, Blumen schmückten jedes Anwesen. Besonderer Dank galt dem Verschönerungsverein unter Pfarrer Hans Debusmann, sowie zahlreichen Helfern wie Karl Schwenk, Wilhelm Nilges, Josef Sturm und vielen weiteren. Der Lohn dieser Mühen: Kreissieger 1962 Bezirkssieger 1963
Text: Gerd Hasselbach · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1964
Gründung „Turnverein Jahn Mensfelden“
Weiterlesen zu „Gründung „Turnverein Jahn Mensfelden““
Am 04. März 1964 trafen sich in Mensfelden im damaligen Gasthaus "Zum Taunus" 37 Männer und Frauen zur Gründung des "TV Jahn Mensfelden". Warum? Sie waren doch alle Mitglieder im TuS Mensfelden. Doch es gab im bestehenden TuS Querelen zwischen den Turnern und den Musikern einerseits und den anderen Sportarten wie den aufstrebenden Fußballern andererseits. Die Fronten waren verhärtet und es kam, was nicht hätte kommen dürfen, zur Spaltung mit negativen Folgen für ganz Mensfelden. Fortan übte der Spielmannszug in der Schusterwerkstatt Hermann Petri und der Schreinerwerkstatt Willi Heckelmann, die Turner konnten bei den befreundeten Nauheimern trainieren. 1965 fanden wir dann eine Heimat im Tiroler Hof. Der nächste entscheidende Abschnitt war 1972. Die Gemeinde Mensfelden stellte uns das Gebäude und das Gelände der ehemaligen Schule zur Verfügung. 1972 wurde mit großem Enthusiasmus und viel Mühe der "Schulkeller" zum Vereinsheim ausgebaut. 1980 wurde wieder in Eigenleistung auf dem Schulhof unsere Vereinsturnhalle fertiggestellt. Die Bilder zeigen die "Jahn-Halle“ mit Blick von der Hehnerstraße aus. Das nächste Bild zeigt einige Mitglieder in der Bauphase und auf den beiden letzten Bilder sieht man die Turner und die Musiker bei der Einweihungsfeier. Bis 2008 waren wir zusammen mit dem TuS im jährlichen Wechsel Ausrichter des Bergfestes auf dem Mensfelder Kopf. Im Laufe der Jahre mussten wir unseren Musikzug und auch die Tischtennisabteilung leider aufgeben. Aufgeben mussten wir durch den Bau der Erich-Valeske-Halle auch die "Alte Schule“ mit "Schulkeller“ und unsere Sporthalle. 2024 führten wir erstmals das traditionelle Weinfest durch, das ursprünglich vom Gesangverein ins Leben gerufen wurde. Aktuell bietet der TV Jahn ein vielfältiges Sportangebot an. Montagspower, erwachsen aus der Damenabteilung mit Yoga, Schieh Gong, "Funktionales Training“ und Training für eine starke Körpermitte mit unterschiedlichen Übungsleitern. Das"Funktionale Training" zieht sich wie ein roter Faden durch unser Angebot "vom Leichten ins Schwere" mit dem eigenen Körper und auch mit Gewichten. Abgerundet wird das Sportangebot mit unserer erfolgreichen Badmintonabteilung, der Schachabteilung und letztendlich mit den Altersturnern.
Text: Andre Zeidler · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1969
Erste TuS Jugendfreizeit auf dem MeKo
Weiterlesen zu „Erste TuS Jugendfreizeit auf dem MeKo“
Ich nehme euch jetzt mit in der Zeitreise zur Meko-Freizeit, dem Kinder- und Jugendzeltlager vom TuS Mensfelden. Die Freizeit ist ein echtes Highlight für die Kinder hier aus der Gegend – und das seit mittlerweile 56 Jahren! Gestartet 1969 von Else Stückrath, Leni und Willi Narewski, ging’s mit über 40 Kindern zu Fuß zum Mensfelder Kopf. Anfangs wurde tagsüber gespielt und abends nach Hause gegangen – erst 1972 wurde im Vereinszelt übernachtet. Die Verpflegung kam aus dem Dorf, das „Klo“ war ein Plumpsklo – bis 1988 endlich richtige Toiletten kamen. Trotz kurzer Pause wegen des Sportplatzbaus blieb vieles gleich: Lagerfeuer, Spiele, Geschichten, Lieder. Heute zelten rund 140 Kinder mit mehr als 70 Helfern in etwa 80 Zelten. Jedes Jahr steht unter einem Motto – von Mondlandung bis Zirkus. Es gab riesige Bananensplits, Schatzsuchen, Bühnenaufführungen und kreative Bauten. Kulinarisch gibt’s täglich vier Mahlzeiten vom engagierten Küchenteam – samt selbstgebautem Küchenanbau. Weitere Highlights: Wasserrutschen, Strohballenpool, Nachtwanderungen, Fahrradtouren, Betreuersuchspiele – und vor allem jede Menge Spaß und Gemeinschaft. Auch wurde ein ausrangierter Bauwagen für die Spielsachen hergerichtet. 1996 stand im Zeichen der deutschen französischen Freundschaft. 2009 wurde die Turnhalle abgerissen und die Kinder durften die Wände anmalen. 2011 wurde ein Lehmofen gebaut. Die Meko-Freizeit ist mehr als nur ein Zeltlager – sie ist ein Stück Dorfgeschichte. Ein Ort für Freundschaften, Abenteuer und Kindheitserinnerungen.
Text: Jara Völker · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1971
Gebietsreform – Mensfelden wird Teil von Hünfelden
Weiterlesen zu „Gebietsreform – Mensfelden wird Teil von Hünfelden“
Die Gemeinde Hünfelden entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Dauborn, Heringen, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Neesbach und Ohren. Der Namen „Hünfelden“ wurde damals wegen der zahlreichen Hünengräber aus der Hallstattzeit rund um die Ortsteile Heringen und Ohren gewählt. Die Gemeinde hatte bei ihrer Gründung 6952 Einwohner. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Hünfelden wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet. Quelle: wikipedia
Text: Silvia Scheu-Menzer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1975
Beginn des Abbaues im Steinbruch Mensfelden
Weiterlesen zu „Beginn des Abbaues im Steinbruch Mensfelden“
Der heutige Steinbruch, der ca. 1 km südwestlich von Mensfelden liegt, wurde im Juni 1971 von der Gemeinde Mensfelden an die Schotterwerke Isselbach GmbH verpachtet. Im Jahr 1973 wurde mit den Erschließungsarbeiten des Steinbruchgeländes begonnen. Die Genehmigungsfläche betrug damals ca. 10 ha. Durch den in früheren Jahren betriebenen Steinbruch der Fa. Behnert aus Idstein war ein kleiner Aufschluss bereits vorhanden. 11.07.2023 Mit der Gesteinsgewinnung konnte nach Erhalt der Abbaugenehmigung im Sommer 1975 begonnen werden, 1976 folgte die Splittproduktion. Synchron hierzu wurde die Asphaltmischanlage in Betrieb genommen, die mittlerweile abgebaut ist. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten in den 70er Jahren wurde die Abbau- und Verarbeitungstechnik stets weiterentwickelt, so dass der Steinbruch heute technisch auf hohem Niveau steht. Das im Steinbruch Mensfelden gewonnene Gestein wird als Keratophyr bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein vulkanisches Gestein mit einem Alter von über 350 Millionen Jahren aus dem Erdzeitalter des Karbon. Der aus dem Keratophyr gewonnene Schotter wird vor allem als Grundlage für Asphaltmischgut im Straßenbau verwendet.
Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1980
Bau der Jahnhalle
- 1984
Bau des Sportplatzes auf dem MeKo
- 1984
Gründung Frauenchor
- 1987
Einrichtung Seniorenclub Mensfelden
Weiterlesen zu „Einrichtung Seniorenclub Mensfelden“
Der Mensfelder Seniorenclub wurde 1987 ins Leben gerufen und ist seitdem eine Bereicherung für die älteren Generationen! Er trifft sich einmal monatlich (dienstags um 14.30 Uhr) im Vereinsraum der Erich-ValeskeHalle bei Kaffee und Kuchen und vor allem Geselligkeit! Über das ganze Jahr verteilt wird ein vielseitiges Programm angeboten. Es beginnt am Jahresanfang mit Brezelwürfeln, Faschingsfeier, Osterbasteln, Spielenachmittag, Grillnachmittag, bis zur Weihnachtsfeier am Jahresende. Außerdem kommen regelmäßig Gäste zu uns, die uns über interessante Themen oder aktuelle Geschehnisse informieren. 2025 © Brigitte Wiertz
Text: Roswitha Hofbauer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1990
Erstes Dorffest auf dem Kirchenplatz
Weiterlesen zu „Erstes Dorffest auf dem Kirchenplatz“
Wie das Dorffest unsere Gemeinschaft wiederbelebte In einer Ortsbeiratssitzung entstand die Idee, die zerstrittenen Ortsvereine und die Dorfgemeinschaft mit einem gemeinsamen Dorffest zusammenzubringen. Vorher hieß es oft: „Das ist von dem oder dem Verein – da gehe ich nicht hin.“ Selbst Familien waren gespalten. Die Gemeinschaft litt spürbar. Mit dem ersten Dorffest kam das Miteinander zurück. Es wurde ein voller Erfolg – und ist seither fester Bestandteil unseres Dorflebens.
Text: Robert Krebs · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1991
Gründung Verein für angewandte Lebensfreude
Weiterlesen zu „Gründung Verein für angewandte Lebensfreude“
In den frühen 90er-Jahren war unser Dorf – wie viele sich sicher noch erinnern – ein gespaltenes Dorf. Zwei Vereine prägten das Bild, und manchmal war das Miteinander eher ein Nebeneinander. Doch dann hatten einige Jugendliche eine wunderbare Idee. Unter dem Motto „Vereint Mensfelden“ wollten sie Brücken bauen – neue Wege finden, um Gemeinschaft, Freude und Zusammenhalt zu stärken. Aus diesem Geist heraus wurde im Jahr 1991 der Verein für angewandte Lebensfreude gegründet. Schon der Name zeigt, worum es den Gründern ging: Spaß am Leben, gemeinsame Erlebnisse und ein positives Miteinander. Was folgte, waren viele verrückte und kreative Aktionen: legendäre Partys, lustige und manchmal auch freche Beiträge in unserer Dorfzeitung – und nicht zu vergessen: die Organisation des ersten Mensfelder Weihnachtsmarktes, der bis heute eine feste Tradition geworden ist. All diese Aktionen hatten eines gemeinsam: Sie brachten die Menschen zusammen, schufen Erinnerungen und beweisen, dass Lebensfreude das beste Rezept gegen Spaltung ist. In diesem Sinne: Lasst uns den Geist von damals bewahren – und weiterhin gemeinsam feiern, lachen und unser Mensfelden lebendig gestalten!
Text: Thomas Fischer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 1993
Gründung Jugendfeuerwehr
- 1998
Mensfelder Kopf wird Naturschutzgebiet
Weiterlesen zu „Mensfelder Kopf wird Naturschutzgebiet“
1998 wurde der Mensfelder Kopf als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 7,17 Hektar und beheimatet eine Reihe seltener Tiere und Pflanzen. Ein besonderes Merkmal ist die dort vorkommende, genetisch einzigartige Besenheide. An der Gründung waren maßgeblich Phillip Trapp und Dieter Kees beteiligt. Beide haben über 20 Jahre mit viel Herzblut und Enthusiasmus das Naturschutzgebiet gehegt und gepflegt. 2020 gründete sich - aus zunächst spontanen Müllsammelaktionen – die Kümmerer-Gruppe, die jetzt auf dem Mensfelder Kopf aktiv ist. In dieser Zeit wurde das Besucherlenkungskonzept und der Naturlehrpfad, gemeinsam mit der Gemeinde Hünfelden und der Oberen Naturschutz Behörde erarbeitet. Dies geschah aufgrund der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Besucherzahlen und den damit verbundenen Problemen, wie Vermüllen der Flächen, Zerstörung der Heide durch betreten, befahren mit Mountenbikes usw.
Text: Matina Schmidt · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
21. Jahrhundertab 2000
- 2010
Bau der Erich-Valeske-Halle
Weiterlesen zu „Bau der Erich-Valeske-Halle“
Die Erich-Valeske-Halle – ein Haus für alle Vereine und Bürger, ist wohl die größte Gemeinschaftsleistung der letzten Jahrzehnte in Mensfelden. Dieses Haus hat Mensfelden eine gemeinsame Zukunft gegeben. Die Vereinsspaltung wurde überwunden und Vereine, wie der VfaL oder ZuKu bildeten sich in der Folge. Vieles spielt sich hier am Dorfrand ab, die Halle wird vielfach genutzt und ist bestens ausgelastet Der Weg dahin begann im Jahr 2000 mit der Idee, die Scheune am Alten Rathaus für kulturelle Zwecke zu sanieren. Doch die damaligen Ortsvorsteher Robert Krebs und Rolf Schwenk setzten sich für eine größere, zentrale Lösung ein – unterstützt von Bürgermeister Norbert Besier. Ein Meilenstein war der Workshop am 14./15. Januar 2005 im Hotel „Zugbrücke“ in HöhrGrenzhausen. Dort diskutierten Vereine, Ortsbeirat und Gemeinde die Frage: Zentrale Halle oder vier dezentrale Standorte? Mit fast einstimmigem Ergebnis fiel die Entscheidung für einen Neubau mit maximal 2 Mio. Euro Kosten. Auch Architektin Silvia Scheu-Menzer begleitete den Prozess beratend. Für das neue Zentrum mussten die bisherigen Vereinsstandorte aufgegeben werden: die TuS-Halle, die TV Jahn-Halle, das Alte Rathaus und die Alte Schule. Kein einfacher Schritt – aber ein gemeinsamer. Nach fünf Jahren Planung und Bau wurde am 26.11.2010 feierlich eröffnet. Die Erich-Valeske-Halle ist seither Symbol und Ort gelebter Gemeinschaft – ein starkes Fundament für Mensfeldens Zukunft.
Text: Holger Schmidt · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 2011
Gründung Verein Zukunft & Kultur
Weiterlesen zu „Gründung Verein Zukunft & Kultur“
Zukunft & Kultur Mensfelden e.V., wurde 2011 von 13 jungen Mensfeldern und Mensfelderinnen vor dem Hintergrund gegründet, die traditionellen Veranstaltungen zu pflegen und zu fördern. Viele Jahre haben wir mit der Unterstützung der Kirmesburschen und Mädchen, das Kirmesburschenfußballturnier veranstaltet. Außerdem ham wir seit unserer Gründung die Organisation vom Kirmesfreitag und Montag übernommen. Der Kirmesfreitag mit immer wechselnden Bands wie Sixpash, die Dorfrocker oder Fistful of Dollars. Am Kirmesmontag hat sich die Fassbierspende etabliert, wodurch wir bei Blasmusik kostengünstig ein oder auch mehrere leckere Biere genießen können. Mit aktuell 34 Mitgliedern organisieren wir das Glühweinfest und in Gemeinschaft mit dem TuS veranstaltet der Zuku weiterhin die Kirmes.
Text: Jara Völker · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 2016
Gründung Landfrauen 2.0
- 2018
Gründung „Querschnitte e.V. Sitzend Größe zeigen“
Weiterlesen zu „Gründung „Querschnitte e.V. Sitzend Größe zeigen““
Manchmal teilt ein einziger Moment das Leben in ein Davor und ein Danach. Bei mir persönlich war es ein Arbeitsunfall. Und plötzlich wurde Stillstand zur Bewegung in eine neue Richtung. Nicht weniger Leben – nur ein anderes Kapitel. 2018 haben sieben Freunde Querschnitte e. V. – Sitzend, Größe zeigen gegründet – unseren kleinen, gemeinnützigen Verein hier in Mensfelden. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen mit Behinderung nicht speziell, nicht außergewöhnlich oder gar inspirierend sein müssen – sondern einfach dazugehören. Wir beraten persönlich, handeln praktisch und nerven freundlich – weil Barrierefreiheit nicht auf dem Papier stattfindet, sondern im Alltag. Mit einem Beitrag, der Perspektiven verschiebt, Barrieren abbaut – und zeigt, wo die eigentlichen Hindernisse sitzen: In unseren Köpfen. Nicht wir müssen lernen, dazuzugehören. Die Gesellschaft muss lernen, aufzuhören, uns auszuschließen. Inklusion ist kein Extra. Sie ist das Minimum – sie betrifft uns alle: die Mutter mit dem Kinderwagen, unsere Senioren mit dem Rollator, Menschen mit Behinderungen oder wenn man mal wieder in ein Fettnäpfchen tritt. Dafür schaffen wir Raum – mit Querschnitte e.V. Raum fürs Dazugehören. Danke schön fürs Mitdenken und Zuhören!
Text: Jan Pfeifer · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 2023
Bundessieger „Unser Dorf hat Zukunft“
Weiterlesen zu „Bundessieger „Unser Dorf hat Zukunft““
Das Beste kommt zum Schluss – Mensfelden ist Golddorf 2023! Unser Dorf hat beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ den ersten Platz gewonnen – ein Wettbewerb, der das Engagement ländlicher Gemeinden würdigt. Ende 2021, mitten in der Corona-Zeit, entschloss sich Mensfelden spontan zur Teilnahme. Eine kleine Gruppe von Engagierten stellte in kürzester Zeit Konzepte, Präsentationen und eine zweistündige Dorfbegehung auf die Beine – und das mit Erfolg! Im Mai 2022 holten wir den 1. Platz im Regionalentscheid und bereits im September den 2. Platz in Hessen – und damit die Qualifikation für den Bundeswettbewerb. Anschließend liefen die Vorbereitungen für den Bundeswettbewerb auf Hochtouren: wöchentliche Treffen, Probefahrten, Dekorationen, das ganze Dorf war aktiv. Bei der Begehung im Juni ´23 begrüßten Vereine, Kinder, Sportler und viele Bürgerinnen und Bürger die Jury. Das gemeinsame Singen des Mensfelden-Lieds vor der Kirche wurde zum emotionalen Höhepunkt. Unser Einsatz hat sich gelohnt: Von rund 1200 Dörfern wurde Mensfelden zum Golddorf 2023 gekürt! Die Freude war riesig – gefeiert wurde auf dem Zollhaus, es gab Radio- und Fernsehberichte – Mensfelden war plötzlich überall Thema. Anfang 2024 reiste eine 80 köpfige Delegation mit unserer Bürgermeisterin nach Berlin zur Preisverleihung durch Bundesminister Cem Özdemir. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud im März zum Empfang ein. Mensfelden hat gezeigt, was mit Zusammenhalt und Engagement möglich ist – ein Dorf mit Zukunft, das anpackt, mitgestaltet und selbstbewusst seinen Weg geht!
Text: Esther Ben-Yehoshua · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 2023
Gründung Zukunftswerkstatt mit AG Dorftreff und AG Natur und Umwelt
Weiterlesen zu „Gründung Zukunftswerkstatt mit AG Dorftreff und AG Natur und Umwelt“
In den Bildern seht ihr unsere Besuche im Kulturladen Eberstadt, der VolksWirtschaft in Bärstadt und der Nahkaufbox in Wildsachsen.
Was macht einen Ort lebendig? Sind es die Gebäude oder die Straßen? Nein – es sind die Menschen, die ihn mit Leben füllen! Genau deshalb ist der geplante Dorftreff Mensfelden so wichtig: Ein zentraler Begegnungsort für alle Generationen, ein Raum für Kultur, Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Zukunftswerkstatt verbindet die bisherigen Golddorf-Aktivitäten mit den Maßnahmen des IKEK-Programms (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept), um Mensfelden nachhaltig und zukunftsfähig zu machen. Drei Schwerpunkte stehen dabei im Mittelpunkt: Belebung der Ortskerne – unser Dorf als lebendiger Treffpunkt. Schutz der Natur – weil unsere Umgebung unser Zuhause ist. Stärkung des sozialen Miteinanders – denn eine starke Gemeinschaft bedeutet Zusammenhalt. Um all diese Ideen umzusetzen, gibt es zwei aktive Arbeitsgruppen: AG Natur & Umweltschutz – engagiert sich für Nachhaltigkeit und den Schutz unserer Umwelt. AG Dorftreff – plant einen multifunktionalen Treffpunkt, das Herzstück der Begegnung für Jung und Alt.
Doch was wünschen sich die Mensfelder konkret für den Dorftreff? Eine umfangreiche Umfrage über 61 Tage brachte klare Ergebnisse: 515 Menschen zeigten Interesse, 137 nahmen aktiv teil – das zeigt großes Engagement! 70 % haben bereits von den Planungen gehört, und die Wichtigkeit des Dorftreffs wurde mit 3,8 von 5 Sternen bewertet. Was soll der Dorftreff bieten? Die häufigsten Wünsche sind: Ein Café/Kneipe (73 %) – ein gemütlicher Treffpunkt für alle. Einen Treffpunkt für Kinder & Jugendliche (65,7 %) – weil die Zukunft hier aufwächst. Einen Dorfladen (54 %) – für eine lebendige lokale Versorgung. Einen Außenbereich mit Sitzgelegenheiten (59,9 %) – ein Ort zum Verweilen. Einen Multifunktionsraum für Bildung & Veranstaltungen (46,7 %) – Wissen teilen und entwickeln. Aber ein Dorftreff braucht Menschen, die ihn mit Leben füllen! Und auch hier zeigen die Umfrageergebnisse: 58,5 % wären bereit, das Projekt finanziell zu unterstützen, etwa durch Vereinsbeiträge oder Genossenschaftsanteile. 54,4 % können sich vorstellen, ehrenamtlich mitzuhelfen – das ist eine starke Basis für ein lebendiges Projekt. Diese Zahlen zeigen: Mensfelden will den Dorftreff! Die Ideen sind da, die Menschen sind bereit – jetzt müssen wir gemeinsam anpacken. Unser Dorftreff soll kein Traum bleiben, sondern Wirklichkeit werden. Lasst uns ihn gemeinsam gestalten!
Text: Wolfgang Schwenk · Quelle: Vortrag „1.250 Jahre Mensfelden – Eine Zeitreise“, ev. Kirche Mensfelden, 04.05.2025
- 2025
Mensfelden wird 1250 Jahre alt