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Digitale Zeitreise– Archiv Mensfelden
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Gipfelfeuer als Höhepunkt: Zeltlager der Turnerjugend auf dem Mensfelder Kopf

1964
Schrift:
Lateinische Schrift
Sprache:
Deutsch
Bearbeitungsstand
Geprüft
Gipfelfeuer als Höhepunkt Turnerjugend erlebte Zeltlager auf dem Mensfelder Kopf Mensfelden. – Nachdem es im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser gefallen war, war es diesmal zum erstenmal möglich, auf dem Mensfelder Kopf ein Zeltlager der Turnerjugend aus dem Mittellahngau durchzuführen. Es sollte dazu beitragen, dem traditionellen Bergfest einen etwas größeren Rahmen zu geben. Ungefähr hundert Jugendliche waren zusammengekommen, um das Fest einmal auf andere Art zu erleben. Schade, daß die Lagergemeinschaft in der Nacht zum Samstag durch flegelhafte Mopedfahrer, die ihre Motoren auf dem Lagergelände im Vollgas aufheulen ließen, gestört wurde, denn ansonsten wurde die Zeit für alle zu einem schönen Erlebnis, das der heftige Wind und das recht kühle Wetter nicht zu beeinträchtigen vermochten. Den Höhepunkt des Lagers, das diesmal nicht der Lehrarbeit diente, sondern die Jugendlichen aus dem Turngau wieder einmal zu froher Gemeinschaft zusammenführen sollte, bildete am Samstagabend eine Feierstunde ums Feuer. Unter den Klängen des Mensfelder Spielmannszuges trugen zehn Staffelläufer eine Fackel zum Bergfest, wo ein riesiger Holzstoß entzündet wurde. Die Lohe war weit ins Land hinein zu sehen und gab der Feier einen stimmungsvollen Hintergrund. Gauvorsitzender Schutzbach sprach zu seinen Jugendturnern, wie das Turnen heute zu verstehen sei. „Unser Wollen entstammt einer Tradition", sagte er, „aber wir dürfen und wollen bei der Vergangenheit nicht stehen bleiben." Zwei Umstände seien es, die den Menschen von heute dazu zwingen würden, sich zu einem Ethos durchzuringen: Die Auseinandersetzung mit der Welt der Technik und das richtige Erkennen und Beurteilen von deren Segen und Fluch. Daneben nannte er die Prüfung der Gesinnung, das Wissen um eine Verantwortlichkeit und die Kraft des Charakters, durch die allein die heutige Welt zu bewältigen sei. Gerade für einen Turner sollte dies aber leicht sein, denn er habe in seiner von vielen Menschen so geschmähten Tradition ein großes Leitbild. Der Gedanke der Verantwortlichkeit innerhalb der Gemeinschaft stamme von Jahn aus der Zeit des Idealismus. Aus diesem Grunde sei es erfreulich, wenn auch heute noch Vereine sich mit dem Namen „Jahn" bezeichneten, einem Namen, in dem die tiefsten Wurzeln ethischer Kraft lägen und der Inbegriff turnerischer Wesensart sei. Der Sonntag sah alle in der großen Gemeinschaft der Turner und Sportler, die aus der engeren Heimat gekommen waren, um ihre Kräfte zu messen. Als am späten Sonntagnachmittag die Zelte abgebrochen wurden, wünschte mancher der Teilnehmer, die Tage würden noch einmal beginnen, und das deshalb, weil der gastgebende Verein und die Bundeswehr für Unterbringung und Wohlergehen tadellos gesorgt hatten.